Jungautor ist kein Alter, sondern ein Zustand
9. Januar 2026

Wenn man das Wort "Jungautor" hört, denken die meisten an einen Anfang Zwanzigjährigen, der in einem hippen Café sitzt und verträumt in seinen Laptop tippt.
Lasst uns das mal klarstellen: Wenn wir hier von "Jungautoren" sprechen, meinen wir nicht das Geburtsjahr im Pass. Wir meinen den Status in dieser verrückten Buchbranche. Man kann auch mit über 40 ein Jungautor sein. Und glaubt mir, der Alltag sieht dann meistens ganz anders aus als im Klischee – besonders bei mir.
Der Wecker klingelt um 5:00 Uhr
Mein Leben als Swen, der Autor, muss sich den Platz hart erkämpfen gegen Swen, den Hardware Integration Engineer. Ich lebe auf Gozo. Das klingt nach Urlaub, bringt aber logistische Herausforderungen mit sich, wenn das Büro auf der Hauptinsel Malta liegt.
Heute war wieder so ein Tag. 5:00 Uhr raus aus den Federn. 6:00 Uhr in den Bus. Dann auf die Fähre. Dann wieder in den Bus. Das sind locker 3 Stunden Fahrt – für einen Weg. Jetzt bin ich wieder zuhause, entkräftet vom nasskalten Wetter, der Kopf ist müde vom technischen Problemlösen im Büro, und eigentlich will der Körper nur noch Ruhe.
Disziplin schlägt Müdigkeit
Aber das Autorenleben wartet nicht darauf, dass du ausgeschlafen bist.
- Geschichten wollen entwickelt werden.
- Plots müssen geplant werden.
- Verkaufsstatistiken wollen geprüft werden.
- Und ja, dieser Blog hier schreibt sich auch nicht von allein.
Wie schafft man das? Indem man sich zwingt. "Keine Zeit" ist meistens nur eine Ausrede für fehlende Organisation. Macht euch Zeitpläne und zieht die eiskalt durch. Egal wie müde ihr seid.
Mein mobiles Büro: Zwischen Cloud und Terminal
Ich nutze jede Lücke. Die Fähre ist für mich keine Wartezeit, sondern Schreibzeit. Damit das funktioniert, müsst ihr flexibel sein. Legt eure Manuskripte so ab, dass ihr sie immer griffbereit habt. Die Cloud macht es möglich.
Jetzt muss ich mich kurz als Nerd outen: Ich mache das vielleicht etwas anders als der Durchschnitt. Ich nutze einen eigenen Unix-Server, logge mich per SSH im Terminal ein und schreibe meine Texte oft in Vim. Ja, purer Text, keine Ablenkung, schwarzer Bildschirm, grüne Schrift.
Aber keine Sorge: Ihr müsst nicht so ein Technik-Nerd sein wie ich, um produktiv zu sein! Es ist völlig egal, welches Tool ihr nutzt.
- Google Docs ist zum Beispiel perfekt. Es speichert automatisch, ihr könnt am Handy weiterschreiben, wo ihr am PC aufgehört habt.
- Notion, Evernote, OneDrive – nutzt, was euch liegt.
Alles, was ihr wirklich braucht, sind drei Dinge:
- Ein bisschen Hardware (Smartphone reicht oft schon).
- Einen Kalender mit festen Aufgaben.
- Die Disziplin, es zu tun.
Wenn ich morgens auf der schaukelnden Fähre im Terminal-Fenster tippen kann, während um mich herum Touristen Kaffee trinken, dann könnt ihr das auch. Nutzt die Pausen. Nutzt den Arbeitsweg. Findet euren Weg.
Bleibt am Ball (und im Takt), Swen
Swen Kalini