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Wenn der Wind pfeift: Über Stürme auf Malta und den Gegenwind im Buchmarkt

8. Januar 2026

Wenn der Wind pfeift: Über Stürme auf Malta und den Gegenwind im Buchmarkt

Draußen tobt es. Hier auf Malta peitscht der Wind gerade mit bis zu 70 km/h über die Insel. Das mag für jemanden in Norddeutschland nach einer "steifen Brise" klingen, wo ein Sturm erst ab 100 km/h einen Namen in den Nachrichten bekommt. Aber hier, auf unserem kleinen Felsen mitten im Meer, fühlt sich das anders an. Wir sind ungeschützt. Die Elemente haben hier eine andere Wucht.

Man sagt ja gerne scherzhaft über Malta: Wir haben 10 Monate im Jahr Juli und 2 Monate April. Nun, momentan ist definitiv April.

Während ich dem Heulen des Windes lausche, fällt mir auf, wie sehr dieses Wetter das Autorenleben widerspiegelt.

Das Schreiben ist der Juli, das Veröffentlichen der April

Das Schreiben selbst? Das ist wie die maltesischen 10 Monate Juli. Es ist sonnig, es fließt, man ist in seiner Welt, es ist warm und angenehm. Man erschafft, man träumt.

Aber dann kommt das Herausbringen des Buches. Das Marketing. Und plötzlich schlägt das Wetter um auf April. Es fühlt sich an, als würdest du versuchen, gegen diese 70 km/h Windböen anzurennen. Du strampelst dich ab, aber du hast das Gefühl, du kommst nicht vom Fleck. Der Wind drückt dich zurück.

Natürlich schielt man dann neidisch auf die "Großen". Ein Sebastian Fitzek oder ein Stephen King, die haben keinen Gegenwind. Die haben Rückenwind – ach was, die haben einen Düsenantrieb. Da fließen Millionen Euro Vorschuss für Bücher, die noch nicht einmal geschrieben sind. Das Marketingbudget scheint endlos. Während Fitzek damals durch sein professionelles Umfeld direkt einschlug wie eine Bombe, müssen wir "Jungautoren" uns jeden Zentimeter Boden erkämpfen.

Hinter der Fassade

Aber wisst ihr was? Das ist okay. Man darf das hier nicht als Sprint sehen. Es ist ein Marathon.

Vielleicht wirkt von außen alles perfekt poliert. Unsere Webseite hier sieht professionell aus – und darauf sind wir stolz. Das ist kein Standard-WordPress-Baukasten, das ist Handarbeit, Code für Code selbst entwickelt. Jasmins Foodblog hat tausende Follower, die Bilder sind brillant.

Aber lasst euch nicht täuschen: Dahinter stecken keine großen Verlage oder Marketing-Agenturen. Dahinter stecken wir. "Jungautoren" im besten Alter (ja, wir sind auch schon über 40). Wir kämpfen mit denselben Zweifeln wie ihr.

Wir sehen auch, dass Instagram und Facebook oft ein zweischneidiges Schwert sind. Man jagt den Likes hinterher, nur um festzustellen: Viele, die dort scrollen, lesen gar keine Bücher. Für sie ist ein Buch nur ein Deko-Objekt oder etwas aus einer längst vergangenen Zeit.

Wir finden unseren Weg

Trotzdem: Lasst euch vom April-Wetter nicht unterkriegen. Der Sturm da draußen wird sich legen. Und auch die Flaute im Buchverkauf wird vorübergehen, wenn man dranbleibt.

Mein Rat an mich selbst und an euch: Schreibt Bücher. Schreibt mehr Bücher.

Hört nicht auf. Ihr werdet eure Fans finden. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen. Aber Qualität setzt sich durch. Irgendwann kommt der Verlag oder der Durchbruch, der aus dem Hobby etwas Großes macht.

Bis dahin ziehen wir den Kragen hoch, stemmen uns gegen den Wind und gehen Schritt für Schritt weiter. Du und wir – wir finden unseren Weg.


Swen und Jasmin Kalini