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Warum ich keine 300 € für Schreibsoftware ausgebe: Mein Weg von Vim zu meinem eigenen Python-Tool

14. Januar 2026

Warum ich keine 300 € für Schreibsoftware ausgebe: Mein Weg von Vim zu meinem eigenen Python-Tool

Wenn man anfängt, das Schreiben ernst zu nehmen und seine Manuskripte Verlagen schmackhaft machen will, merkt man schnell: Der Inhalt ist nur die halbe Miete. Plötzlich geht es nicht mehr nur um die Geschichte, sondern um Normseiten, korrekte Zeilenabstände und strenge Formatierungsregeln. Wer hier schlampt, landet oft gar nicht erst auf dem Schreibtisch des Lektors.

Ich bin eigentlich ein Purist. Ich schreibe in Vim. Kein Schnickschnack, nur Text. Auch Google Docs oder Outlook haben ihren Platz in meinem Workflow. Aber sobald es darum geht, ein „verlagsreifes“ Manuskript zu erstellen, stoßen diese Tools an ihre Grenzen. Manuskripte haben ihr eigenes, starres Layout, und das manuell zu basteln, ist eine Qual.

Das Problem mit dem Platzhirschen: Papyrus Author

Natürlich kommt man in Autorenkreisen an einem Namen nicht vorbei: Papyrus Author. Version 12 ist draußen und gilt als der Goldstandard. Und verstehen Sie mich nicht falsch: Die Software kann was. Aber der Preis? Den finde ich schlichtweg unverschämt.

Es wirkt so, als würden die Entwickler genau wissen, dass der Markt für Autoren klein ist und man deshalb ordentlich zulangen kann. Aber nur weil die Nische klein ist, heißt das nicht, dass man Autoren das Geld aus der Tasche ziehen sollte. Wir verdienen oft erst einmal gar nichts an unseren Werken. 200 Euro (oder mehr) für eine Software sind da eine riesige Hürde.

Meine Lösung: Do it yourself mit Python

Ich habe mich geweigert, diesen Preis zu zahlen. Stattdessen habe ich mich auf meine technischen Wurzeln besonnen. Ich habe das Problem auf meine Art gelöst und mir meine eigene Autoren-Software geschrieben.

Warum? Weil es geht.

Dank Python war es überraschend einfach, genau die Funktionen nachzubauen, die Papyrus so beliebt machen – aber genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten:

  • Stil- und Grammatikprüfung: Meine Software analysiert den Text auf Wortwiederholungen, Füllwörter und zu lange Sätze. Ich komme qualitativ sehr nah an die teuren Vorbilder heran.

  • Notizen-Verwaltung: Alles, was ich zum Plotten brauche, ist direkt integriert.

  • Perfekter Export: Das Wichtigste zum Schluss. Die Software schmeißt mir auf Knopfdruck das fertig formatierte Manuskript vor die Füße. Normseite, Ränder, alles perfekt für den Verlag.

Fazit: Macht euch eure Werkzeuge selbst

Ich bin kein großer Fan von „Vibe Coding“ (also dem reinen Coden lassen durch KI), ich schreibe meinen Code lieber selbst, um zu verstehen, was unter der Haube passiert. Aber: Python ist nicht sonderlich schwer zu lernen.

Am Ende des Tages will ich euch nur sagen: Ihr seid nicht ausgeliefert. Wenn euch die Preise der großen Hersteller ärgern, baut euch eure Lösungen selbst – oder sucht nach Alternativen.

Übrigens: Da das Tool bei mir so gut funktioniert, spiele ich mit dem Gedanken, eine Version für andere Autoren fertigzumachen. Kostenlos oder für einen fairen Preis, mal sehen (Wird sowieso Kostenlos, weil ich Steuerkarm hasse, wie der Teufel das Weihwasser.). Wenn ihr daran Interesse habt, lasst es mich in den Kommentaren auf Social Media wissen. Ich halte euch auf dem Laufenden!


S. Kalini